Warum „der ist halt alt“ der gefährlichste Satz in der Tiermedizin ist. Über rasseabhängige Alterung, stille Nieren, versteckte Schmerzen und was ich meinen eigenen Hunden jeden Morgen in den Napf lege. Dr. med. vet. Maria-Louise Morgott

Vor ein paar Wochen stand ich bei einer Familie in Gauting im Wohnzimmer, neben mir ein achtjähriger Labrador namens Balu. Großer Kopf, sanfte Augen, ein Hund, den man sofort ins Herz schließt. Die Besitzerin hatte mich gerufen, weil Balu „irgendwie langsamer geworden“ sei. Er springe nicht mehr ins Auto, liege viel, trinke mehr als früher. Aber sonst? „Sonst ist alles gut, Frau Doktor. Er wird halt alt.“

Ich habe Balu untersucht, abgetastet, Herz und Lunge abgehört. Nichts Auffälliges. Dann habe ich Blut abgenommen. Die Standardwerte kamen zurück: Blutbild unauffällig, Leberwerte in Ordnung, Kreatinin im Referenzbereich. Alles gut, könnte man denken. Aber ich hatte zusätzlich den SDMA-Wert bestimmen lassen. Und der war erhöht.

Was das bedeutet: Balus Nieren hatten bereits rund vierzig Prozent ihrer Funktion verloren. Ohne jedes äußere Zeichen. Ohne Erbrechen, ohne Gewichtsverlust, ohne dass irgendjemand etwas gemerkt hätte. Das Kreatinin war noch normal, weil es erst ansteigt, wenn etwa drei Viertel der Nierenfunktion weg sind (Nabity et al., Journal of Veterinary Internal Medicine, 2015). Balu war nicht einfach alt. Balu war krank. Und niemand hatte hingeschaut.

„Er wird halt alt“ ist ein Satz, den ich in meiner Praxis mehrmals pro Woche höre. Ich verstehe ihn. Ich verstehe die Liebe, die dahintersteht, und die Hoffnung, dass das Nachlassen einfach zum Leben gehört und nichts Schlimmes bedeutet. Aber dieser Satz ist gefährlich. Nicht weil er falsch wäre, Hunde altern natürlich. Sondern weil er dazu führt, dass man aufhört, genau hinzuschauen. Und genau das darf man beim alten Hund nicht.

Wann ist alt eigentlich alt?

Die Antwort klingt simpel, ist es aber nicht. Ein Jack Russell Terrier mit zehn Jahren steht mitten im Leben. Eine Deutsche Dogge mit fünf ist bereits in der zweiten Lebenshälfte. Eine großangelegte britische Studie aus dem Jahr 2024, die Daten von fast 585.000 Hunden aus über 150 Rassen auswertete, hat diese Unterschiede mit beeindruckender Präzision bestätigt: Kleine, langnasige Hündinnen hatten mit 13,3 Jahren die höchste mediane Lebenserwartung unter den Rassehunden. Am anderen Ende der Skala standen die brachyzephalen Riesenrassen. Die Französische Bulldogge kam in einer früheren VetCompass-Erhebung auf eine mittlere Lebenserwartung von gerade einmal 4,5 Jahren (McMillan et al., Scientific Reports, 2024; Teng et al., Scientific Reports, 2022).

Die Faustregel, die ich in der Praxis verwende: Ein Hund gilt als Senior, wenn er etwa 75 Prozent seiner rassetypischen Lebenserwartung erreicht hat. Für einen Dackel mit einer Lebenserwartung von vierzehn Jahren bedeutet das: Senior ab zehn, elf. Für einen Berner Sennenhund mit einer Lebenserwartung von acht Jahren: Senior ab sechs. Für eine Dogge: Senior ab fünf.

Warum das wichtig ist? Weil der Zeitpunkt, ab dem Vorsorgeuntersuchungen sinnvoll werden, sich nicht nach einem starren Alter richtet, sondern nach der individuellen Biologie des Hundes. Wer bei seiner Dogge mit dem ersten Seniorcheck wartet, bis sie sieben ist, kommt möglicherweise zu spät. Wer seinen Dackel mit sechs zum geriatrischen Screening schleppt, verschwendet Geld und Nerven.

Und dann gibt es da noch einen Faktor, den viele übersehen: die Schnauzenlänge. Brachyzephale Rassen, also Hunde mit verkürztem Gesichtsschädel, altern schneller als gleichgroße Rassen mit normaler Nasenlänge. Das liegt nicht nur an den bekannten Atemproblemen, sondern an einer Kaskade aus chronischem Sauerstoffmangel, erhöhtem oxidativem Stress und den Folgeerkrankungen, die sich daraus ergeben. Wer einen Mops oder eine Französische Bulldogge hat, sollte das im Hinterkopf behalten.

Was ein Blutbild verrät, wenn man das Richtige bestellt

Viele Tierhalter kommen zu mir und sagen: „Wir haben letztes Jahr ein Blutbild machen lassen, alles war in Ordnung.“ Dann frage ich: Was genau wurde bestimmt? Und meistens kommt: Blutbild, Leberwerte, Nierenwerte. Das ist nicht falsch. Aber es ist auch nicht genug.

Das Problem heißt Kreatinin. Kreatinin ist seit Jahrzehnten der Standardmarker für die Nierenfunktion, und er ist ein zuverlässiger Parameter. Wenn er erhöht ist. Das Problem ist: Kreatinin steigt erst an, wenn bereits etwa 75 Prozent der Nierenfunktion verloren gegangen sind (IDEXX, SDMA-Referenzdaten). Drei Viertel. Stellen Sie sich das vor. Sie haben vier Nieren-Arbeitskräfte, drei davon gehen in Rente, und erst dann klingelt der Alarm.

Es kommt noch ein zweites Problem dazu, das gerade bei alten Hunden tückisch ist: Kreatinin wird aus dem Muskelstoffwechsel freigesetzt. Alte Hunde verlieren Muskelmasse. Ein abgemagerter zwölfjähriger Hund kann deswegen ein normales Kreatinin haben, obwohl seine Nieren längst am Kämpfen sind. Der Wert lügt nicht, aber er verschweigt.

Hier kommt SDMA ins Spiel. Symmetrisches Dimethylarginin, ein Aminosäurederivat, das beim Proteinabbau frei wird und fast ausschließlich über die Nieren ausgeschieden wird. SDMA reagiert bereits bei einem Funktionsverlust von 25 bis 40 Prozent. Bei Hunden mit chronischer Nierenerkrankung war der SDMA-Wert in Studien im Schnitt 9,8 Monate früher erhöht als das Kreatinin (Hall et al., Journal of Veterinary Internal Medicine, 2016). Und anders als Kreatinin wird SDMA nicht von der Muskelmasse beeinflusst (Hall et al., Journal of Veterinary Internal Medicine, 2015). Für geriatrische Patienten mit Muskelschwund ist das ein entscheidender Vorteil.

Die International Renal Interest Society, kurz IRIS, hat SDMA mittlerweile in ihre Stadieneinteilung der chronischen Nierenerkrankung aufgenommen. Stadium 1, das Frühstadium, zeigt noch keine Azotämie, keine klinischen Symptome, nichts, was man von außen sieht. Aber es lässt sich im Labor nachweisen. Und genau das ist der Punkt: Wer im Stadium 1 eingreift, mit einer phosphorreduzierten Diät, mit angepasster Flüssigkeitszufuhr, mit regelmäßiger Kontrolle, der kann den Verlauf erheblich verlangsamen.

Mein Seniorprofil, das ich bei jedem älteren Hund empfehle, umfasst neben dem großen Blutbild und den Organwerten immer den SDMA, ein Schilddrüsenprofil mit T4 und fT4 sowie eine Urinuntersuchung mit spezifischem Gewicht und dem Urin-Protein-Kreatinin-Verhältnis. Das klingt nach viel. Es dauert eine Blutabnahme und ein Urinröhrchen. Und es kann Ihrem Hund Jahre schenken.

Die stille Erkrankung: Warum Nieren so spät auffallen

Nieren sind geduldige Organe. Sie kompensieren, sie gleichen aus, sie arbeiten im Stillen weiter, während um sie herum Gewebe zugrunde geht. Das ist evolutionär sinnvoll: Ein Körper, der bei jedem kleinen Nierenproblem zusammenbricht, überlebt nicht lange. Aber es bedeutet auch, dass eine chronische Nierenerkrankung beim Hund oft erst dann klinisch sichtbar wird, wenn die Schädigung weit fortgeschritten ist.

Die Zahlen sind ernüchternd. Etwa jeder zehnte Hund entwickelt im Laufe seines Lebens eine chronische Nierenerkrankung (IDEXX, Prävalenzdaten). Bei älteren Hunden liegt der Anteil deutlich höher. Elf Prozent aller untersuchten Hunde zeigen bereits einen erhöhten SDMA-Wert, und die Prävalenz steigt mit dem Alter (IDEXX, 2023).

Die ersten Anzeichen, die Tierhalter bemerken, sind fast immer dieselben: Der Hund trinkt mehr. Er muss nachts raus. Der Urin ist heller und dünner als früher. Und fast immer höre ich den gleichen Satz: „Das macht er schon seit ein paar Monaten, aber ich dachte, das ist normal im Alter.“ Es ist nicht normal. Polydipsie und Polyurie, also vermehrtes Trinken und vermehrtes Urinieren, sind bei einem alten Hund kein Altersphänomen. Sie sind ein Symptom. Meistens eines der Nieren. Manchmal der Schilddrüse. Manchmal eines Diabetes. Aber sie sind nie „einfach so“.

In meiner Praxis empfehle ich ab dem Senioralter halbjährliche Blutkontrollen. Nicht weil ich übervorsichtig bin, sondern weil die Niere im Frühstadium nur durchs Labor zu fassen ist. Wer wartet, bis der Hund abmagert, erbricht und das Fell stumpf wird, hat Stadium 3 oder 4 erreicht. Und dann wird es eng.

Der Hund, der nicht zum Arzt ruft

Jetzt kommt der Teil, der mich in meinem Praxisalltag am meisten beschäftigt. Schmerz. Chronischer Schmerz beim alten Hund. Und das Problem ist nicht, dass er existiert, das wissen wir längst. Das Problem ist, dass er so verdammt schwer zu erkennen ist.

Hunde sind evolutionär darauf programmiert, Schmerz zu verbergen. Ein Tier, das in der Wildnis Schwäche zeigt, wird gefressen. Das ist keine Metapher, das ist Biologie. Und obwohl unsere Hunde seit Jahrtausenden auf unseren Sofas liegen, hat die Evolution diesen Instinkt nicht gelöscht. Ein Hund mit chronischen Gelenkschmerzen wird nicht jammern, nicht winseln, nicht humpeln. Nicht, solange er es irgendwie kompensieren kann. Er wird langsamer. Er wird stiller. Er wird „alt“.

Arthrose, medizinisch Osteoarthrose, ist die häufigste Ursache für chronische Schmerzen beim Hund. Bei Hunden über acht Jahren sind nach Schätzungen bis zu 80 Prozent betroffen (Canine Arthritis Management). Achtzig Prozent. Das heißt: Wenn Sie einen Seniorhund haben, ist die Wahrscheinlichkeit, dass er irgendwo Schmerzen hat, höher als die Wahrscheinlichkeit, dass er keine hat.

Die Zeichen sind subtil. Der Hund steht morgens langsamer auf. Er läuft sich ein, das heißt, die ersten Schritte sind steif, nach ein paar Minuten wird es besser. Er springt nicht mehr ins Auto. Er meidet Treppen. Er leckt auffällig oft an einem Gelenk. Er liegt anders als früher, sucht weichere Plätze, rollt sich nicht mehr ein. Er wird rückzugsbereiter, will vielleicht nicht mehr so gerne angefasst werden. All das sind keine Alterserscheinungen. Das sind Schmerzzeichen.

Es gibt inzwischen validierte Werkzeuge für die Schmerzbeurteilung. Der Helsinki Pain Score zum Beispiel, der speziell für chronische Schmerzen bei Hunden mit Arthrose entwickelt wurde, erlaubt eine objektive Einschätzung und macht den Therapieverlauf messbar. Ich nutze ihn in meiner Praxis, weil er mir erlaubt, Tierhaltern zu zeigen, was sich unter Therapie verändert, nicht nur nach Gefühl, sondern mit Zahlen.

Die Therapie chronischer Schmerzen ist heute multimodal. Das heißt: nicht ein Medikament, sondern eine Kombination. Nichtsteroidale Entzündungshemmer wie Meloxicam oder Carprofen bilden oft die Basis. Dazu kommen physikalische Therapie, Gewichtsmanagement, angepasste Bewegung, ergänzende Schmerzmittel wie Gabapentin bei neuropathischen Komponenten. Es gibt keinen Grund, einen alten Hund mit Schmerzen leben zu lassen, nur weil er alt ist.

Was meine eigenen Hunde morgens in den Napf bekommen

Ich werde oft gefragt, was ich selbst bei meinen Hunden mache. Sechs Stück, unterschiedliche Rassen, unterschiedliches Alter. Und ja, ich gebe meinen älteren Hunden mehr als nur Futter. Nicht weil ich an Wundermittel glaube, sondern weil die Evidenz für bestimmte Ergänzungen gut genug ist, dass ich sie auch bei meinen eigenen Tieren einsetze.

Das erste ist Karsivan. Der Wirkstoff heißt Propentofyllin, ein Xanthinderivat aus der Gruppe der Phosphodiesterase-Hemmer. Klingt kompliziert, der Mechanismus ist aber elegant: Propentofyllin hemmt den Abbau von Adenosin und erhöht gleichzeitig die intrazelluläre Konzentration von zyklischem AMP. Was das praktisch bedeutet: Die Fließeigenschaften der roten Blutkörperchen verbessern sich, die Gefäße erweitern sich, die Durchblutung von Gehirn, Herz und Muskulatur steigt. Zusätzlich zeigt Propentofyllin neuroprotektive Eigenschaften. In Untersuchungen an senilen Beagles ähnelten die neuropathologischen Veränderungen im Gehirn denen von Alzheimer-Patienten, einschließlich seniler Plaques und vaskulärer Amyloidose. Propentofyllin konnte die Bildung von Nervenwachstumsfaktoren stimulieren und die altersbedingte Abnahme dieser Faktoren verringern (Kapl & Rudolphi, Tierärztliche Praxis, 1998).

In klinischen Studien zeigten 85 Prozent der behandelten Hunde einen messbaren Therapieerfolg. Eine norwegische Multicenterstudie fand bei 73 Prozent der Hunde mit chronischen Bewegungsstörungen eine Verbesserung unter Propentofyllin. Bei Hunden über zwölf Jahren berichtete eine italienische Studie von 83 Prozent Besserungsrate (MSD Tiergesundheit, Klinisches Update, 2002). Das sind keine revolutionären Zahlen, aber es sind ehrliche Zahlen. Propentofyllin macht keinen alten Hund jung. Es macht einen alten Hund besser durchblutet, wacher und belastbarer.

Die Dosierung liegt bei 3 mg pro Kilogramm Körpergewicht, zweimal täglich, morgens und abends. Karsivan ist apothekenpflichtig, aber nicht verschreibungspflichtig. Ein wichtiger Hinweis: Bei deutlich eingeschränkter Nierenfunktion muss die Dosis reduziert werden (MSD Tiergesundheit, Fachinformation Karsivan). Das ist der Punkt, an dem sich der Kreis schließt: Wer den SDMA-Wert seines Hundes kennt, kann die Dosierung anpassen. Wer ihn nicht kennt, tappt im Dunkeln.

Das zweite, was in den Napf kommt, ist ein Vitamin-B-Komplex. B6, B12, Folsäure. Das klingt unspektakulär, hat aber einen handfesten Hintergrund: B-Vitamine sind wasserlöslich. Alte Hunde mit nachlassender Nierenfunktion trinken mehr, urinieren mehr und verlieren über diesen Weg vermehrt genau diese Vitamine. Gleichzeitig sind B-Vitamine essenziell für die Nervenfunktion, den Energiestoffwechsel und die kognitive Leistung. Ein Mangel kann zu Lethargie, Desorientiertheit und geistigem Abbau beitragen, Symptome, die man allzu leicht dem Alter zuschreibt, statt einem Defizit.

Und drittens: Omega-3-Fettsäuren. EPA und DHA, gewonnen aus Fischöl oder Algenöl. Die Datenlage für Omega-3 bei Arthrose ist unter allen Nahrungsergänzungsmitteln am stärksten. In einer systematischen Übersichtsarbeit zur Wirksamkeit oraler Supplemente bei Hunden mit Osteoarthritis lag die höchste Evidenz für Omega-3-Fettsäuren. Bei Hunden mit chronischer Arthrose, die bereits Schmerzmittel erhielten, konnte durch Omega-3-Supplementierung sogar die Medikamentendosis gesenkt werden. EPA wirkt entzündungshemmend über die Regulation von Prostaglandinen und Leukotrienen, DHA unterstützt die Gehirnfunktion und die Integrität der Nervenzellmembranen. Als Richtwert gelten etwa 300 mg EPA und DHA pro zehn Kilogramm Körpergewicht täglich. Spürbare Effekte treten erfahrungsgemäß nach sechs bis acht Wochen ein.

Was ich nicht gebe: blindes Multivitamin aus dem Drogeriemarkt, Präparate ohne klare Dosierungsangaben, Produkte, die alles auf einmal versprechen. Nahrungsergänzung ist kein Ersatz für Diagnostik. Sie ist eine Ergänzung auf Basis bekannter Befunde. Wer nicht weiß, wie die Nieren seines Hundes arbeiten, ob Schilddrüse und Leber in Ordnung sind und ob die Gelenke schmerzen, ergänzt ins Blaue. Das kann man machen. Sinnvoll ist es nicht.

Was „alt“ wirklich bedeutet und warum es sich lohnt, genau hinzuschauen

Ein alter Hund ist kein defekter junger Hund. Er ist ein Tier mit einer veränderten Physiologie, das andere Aufmerksamkeit braucht als mit drei oder fünf Jahren. Seine Nieren arbeiten langsamer. Seine Gelenke verschleißen. Sein Gehirn baut ab, manchmal unmerklich, manchmal bis hin zur Caninen Kognitiven Dysfunktion, dem Pendant zur menschlichen Demenz. Sein Immunsystem wird schwächer. Seine Zähne, sofern sie nie professionell gereinigt wurden, können chronische Entzündungsherde tragen, die das Herz belasten und die Lebenserwartung verkürzen.

All das ist kein Grund zur Panik. Es ist ein Grund, genau hinzuschauen. Halbjährliche Blutkontrollen ab dem Senioralter. Eine jährliche Gelenkuntersuchung. Zahnkontrolle. Gewichtsüberwachung, weil jedes überflüssige Kilo die Gelenke belastet und den Stoffwechsel verlangsamt. Und ein ehrlicher Blick auf das Verhalten: Schläft mein Hund mehr? Läuft er anders? Reagiert er langsamer? Verliert er die Orientierung? Meidet er Dinge, die er früher gern getan hat?

Nicht alles davon ist Krankheit. Manches ist tatsächlich Alter. Aber die Grenze zwischen beidem ist fließend, und wer sie früh erkennt, kann handeln, bevor es zu spät ist.

Balu trinkt übrigens immer noch mehr als früher

Wir haben ihn auf eine phosphorreduzierte Nierendiät umgestellt, den SDMA-Wert engmaschig kontrolliert und die Karsivan-Dosis an seine Nierenfunktion angepasst. Drei Monate später war der SDMA-Wert stabil. Balu springt zwar immer noch nicht ins Auto, dafür hat er inzwischen eine Rampe. Aber er läuft wieder längere Strecken, er spielt wieder mit dem Nachbarhund, und seine Besitzerin sagte mir letzte Woche am Telefon: „Er ist wieder mehr er selbst.“

Das ist das Ergebnis eines einzigen zusätzlichen Blutparameters. Eines Wertes, der zwanzig Euro kostet und zehn Monate Vorsprung bringt.

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Hund bereits ins Senioralter eintritt, ob seine Nieren noch so arbeiten, wie sie sollen, oder ob hinter seiner Langsamkeit vielleicht Schmerzen stecken: Sprechen Sie mich an. Ich mache Hausbesuche im gesamten Landkreis Starnberg, wir schauen uns Ihren Hund in Ruhe an und besprechen gemeinsam, was sinnvoll ist. Meine Praxis befindet sich in der Enzianstraße 4a in Starnberg. Und ich verspreche Ihnen: Wir werden Ihrem Hund nicht das Alter austreiben. Aber wir werden dafür sorgen, dass er es so gut wie möglich verbringt.

Dr. med. vet. Maria-Louise Morgott, mobile Tierärztin, Landkreis Starnberg