Über Sandmücken, die keiner sieht, Würmer, die im Herzen wachsen, und die Frage, warum fünf Minuten im geparkten Auto tödlicher sind als jede Autobahn. Dr. med. vet. Maria-Louise Morgott
Letzten Sommer saß eine Kundin bei mir im Wohnzimmer in Starnberg, neben ihr ein achtjähriger Mischling aus Griechenland. Schöner Hund, aufmerksam, freundlich, seit fünf Jahren in Deutschland. Sie hatte ihn damals über eine Tierschutzorganisation adoptiert. Jetzt war er abgemagert, hatte stumpfes Fell, schuppige Hautstellen an den Ohren und Nasenrücken, und seine Krallen wuchsen auffällig lang und brüchig. Die Besitzerin sagte: „Er hat irgendwas mit der Haut, vielleicht eine Allergie?“
Ich habe Blut abgenommen und einen Leishmaniose-Antikörpertest eingeleitet. Der kam positiv zurück. Stark positiv. Dieser Hund trug den Erreger seit seiner Zeit in Griechenland in sich, fünf Jahre lang, ohne dass jemand es bemerkt hatte. Die Inkubationszeit von Leishmania infantum kann bis zu sieben Jahre betragen (Lutz, Kohn & Forterre, Krankheiten der Katze, Enke, 2015). Sieben Jahre, in denen der Parasit in den Makrophagen sitzt, sich vermehrt, Knochenmark, Lymphknoten, Milz und Leber besiedelt, und wartet.
Ich erzähle das nicht, um Ihnen den Urlaub zu verderben. Ich erzähle es, weil jedes Jahr Tausende Hunde aus Deutschland in den Mittelmeerraum reisen, und die wenigsten Besitzer wissen, was dort auf ihre Tiere wartet. Nicht die Wellen, nicht der Sand, nicht die Hitze allein. Sondern Mücken, die man nicht spürt. Zecken, die man nicht kennt. Und Würmer, die im Herzen wachsen.
Die Mücke, die man nicht hört
Sandmücken der Gattung Phlebotomus sind winzig, zwei bis vier Millimeter lang. Sie summen nicht, sie stechen lautlos, und sie fliegen so leise, dass kein Hund und kein Mensch sie bemerkt. Ihre Aktivität beginnt in der Dämmerung, etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang, und endet eine Stunde vor Sonnenaufgang. In genau den Stunden also, in denen Ihr Hund vor dem Ferienhaus liegt, die kühle Abendluft genießt und Sie drinnen mit einem Glas Wein sitzen und denken: Wie schön ist es hier.
Phlebotomus-Mücken übertragen Leishmania infantum, einen einzelligen Parasiten aus der Gruppe der Protozoen. Die Leishmaniose des Hundes ist eine der gefährlichsten Reisekrankheiten im Mittelmeerraum, und sie ist nicht heilbar. Lesen Sie diesen Satz noch einmal: nicht heilbar. Behandelbar, ja. Kontrollierbar, oft. Aber der Erreger bleibt lebenslang im Körper. Ein infizierter Hund wird nie wieder Leishmanien-frei sein.
Die Verbreitung ist enorm. In den endemischen Gebieten Südeuropas, also Spanien, Portugal, Südfrankreich, Italien, Griechenland, Kroatien, Türkei, liegt die Infektionsrate bei Hunden je nach Region zwischen drei und vierzig Prozent (ESCCAP, Empfehlung Nr. 5, Vektorbedingte Erkrankungen). Bei Straßenhunden aus Mittelmeerländern, die über Tierschutzorganisationen nach Deutschland kommen, werden teilweise bis zu fünfzig Prozent positiv getestet, häufig ohne jedes klinische Symptom. Man nennt das eine inapperente Infektion: Der Hund trägt den Erreger, zeigt aber noch nichts.
Die Symptome, wenn sie kommen, sind tückisch, weil sie alles Mögliche sein können. Hautveränderungen, Haarausfall, Schuppenbildung, besonders an den Ohrenrändern und am Nasenrücken. Übermäßiges Krallenwachstum, das sogenannte Onychogrypose, eines der klassischen Zeichen, das oft als Pflegeproblem abgetan wird. Gewichtsverlust bei erhaltenem Appetit. Vergrößerte Lymphknoten. Niereninsuffizienz, die schleichend einsetzt und häufig die Todesursache ist. Augenveränderungen, Nasenbluten, Gelenkprobleme. Das Bild ist so vielgestaltig, dass Leishmaniose in der Veterinärmedizin den Spitznamen „die große Imitatorin“ trägt.
Was viele nicht wissen: Leishmaniose ist eine Zoonose. Der Parasit kann über den Stich infizierter Sandmücken auch auf den Menschen übertragen werden. In Südeuropa ist die humane Leishmaniose ein relevantes Gesundheitsthema, besonders für immunsupprimierte Menschen.
Die Therapie eines Leishmaniose-positiven Hundes ist aufwendig, teuer und lebenslang. Standardprotokoll ist die Kombination aus Allopurinol als Dauertherapie und einem Antimonpräparat wie Meglumin-Antimonat oder alternativ Miltefosin in der akuten Phase. Regelmäßige Blutkontrollen, Nierenmonitoring, Eiweißelektrophorese, Antikörpertiter, das begleitet Sie und Ihren Hund für den Rest seines Lebens. Die Kosten bewegen sich über die Jahre schnell im vierstelligen Bereich. Und trotz allem bleibt das Risiko eines Rückfalls, besonders in Phasen von Stress oder Immunsuppression. Ich sage das nicht, um Ihnen die Adoption eines Mittelmeerhundes auszureden. Ich sage es, damit Sie wissen, worauf Sie sich einlassen, bevor Sie es tun.
Der Wurm, der im Herzen wächst
Die zweite große Gefahr im Mittelmeerraum trägt einen Namen, der klingt wie aus einem Horrorfilm: Dirofilaria immitis. Der Herzwurm. Und er tut genau das, was sein Name sagt: Er lebt im Herzen Ihres Hundes.
Die Übertragung läuft über ganz normale Stechmücken, also nicht über Sandmücken wie bei der Leishmaniose, sondern über Culex, Aedes und Anopheles, die großen Mücken, die Sie auch in Deutschland kennen. Die Mücke nimmt beim Stich eines infizierten Hundes Mikrofilarien auf, winzige Larven, die im Blut zirkulieren. In der Mücke entwickeln sich die Larven weiter, und beim nächsten Stich werden sie auf den neuen Wirt übertragen. Von der Einstichstelle wandern die Larven durch Bindegewebe und Muskulatur in Richtung Herz. Das dauert etwa fünf Monate. Am Ziel angekommen, wachsen sie zu adulten Würmern heran, die bis zu dreißig Zentimeter lang werden können (DocCheck Flexikon, Dirofilariose). Dreißig Zentimeter. Im Herzen Ihres Hundes.
Die Po-Ebene in Oberitalien gilt als hoch endemisches Gebiet (ESCCAP, Empfehlung Nr. 5). Aber auch Spanien, Südfrankreich, Griechenland, Ungarn, Rumänien und der Balkan sind betroffen. Und durch die Klimaerwärmung verschiebt sich die Verbreitungsgrenze nach Norden. Dirofilariose wird inzwischen als sogenannte Emerging Disease eingestuft, als aufkommende Erkrankung, die sich ausbreitet.
Die Symptome einer fortgeschrittenen Herzwurmerkrankung sind verheerend: Husten, Leistungsschwäche, Atemnot, Gewichtsverlust, Bauchwassersucht durch Rechtsherzinsuffizienz. Im Endstadium kann es zum plötzlichen Herztod kommen. Die Behandlung einer manifesten Dirofilariose ist kompliziert, riskant und teuer. Die adulten Würmer müssen mit Melarsomin abgetötet werden, einem Arsenpräparat, das selbst toxisch ist. Beim Absterben der Würmer können Fragmente in die Lungengefäße geschwemmt werden und Lungenembolien auslösen. In schweren Fällen müssen die Würmer chirurgisch aus dem Herzen entfernt werden.
Die gute Nachricht: Die Prophylaxe ist einfach, sicher und hochwirksam. Makrozyklische Laktone, also Wirkstoffe wie Moxidectin, Milbemycin oder Selamectin, töten die Larven im ersten Monat nach der Übertragung zuverlässig ab, bevor sie das Herz erreichen. ESCCAP empfiehlt: Erste Gabe innerhalb der ersten vier Wochen nach Einreise in ein endemisches Gebiet, danach monatliche Wiederholung, und eine letzte Gabe dreißig Tage nach Rückkehr. In Deutschland ist dafür Moxidectin in Kombination mit Imidacloprid zugelassen (Advocate, Elanco). Ein wichtiger Hinweis: Das Scalibor-Halsband und Permethrin-Spot-ons schützen zwar vor Sandmücken und Zecken, nicht aber vor den Stechmücken, die den Herzwurm übertragen. Wer nur ein Halsband anlegt und denkt, der Hund sei komplett geschützt, irrt.
Ehrlichiose und Babesiose: Was die Braune Hundezecke mitbringt
Neben Sandmücken und Stechmücken gibt es im Mittelmeerraum eine Zeckenart, die es in sich hat: Rhipicephalus sanguineus, die Braune Hundezecke. Sie ist kleiner und unauffälliger als unser heimischer Holzbock, und sie überträgt zwei Erreger, die in Deutschland fast nie vorkommen, dafür aber in Südeuropa endemisch sind.
Ehrlichia canis, der Erreger der caninen monozytären Ehrlichiose, befällt die weißen Blutkörperchen und kann zu einer schweren, potenziell tödlichen Erkrankung führen. Die akute Phase zeigt sich mit Fieber, Appetitlosigkeit, Nasenbluten und vergrößerten Lymphknoten. Im chronischen Stadium können Panzytopenie, also ein Mangel aller Blutzellreihen, und Blutungsneigung auftreten (ESCCAP, Empfehlung Nr. 5). Die Diagnose wird über Serologie und PCR gesichert. Eine Besonderheit der Ehrlichiose: Infizierte Hunde können über Bluttransfusionen andere Hunde anstecken, ein Risiko, das bei Blutspenderhunden mit Reiseanamnese geprüft werden muss.
Babesia canis, der Erreger der Babesiose, zerstört die roten Blutkörperchen und führt zu einer lebensbedrohlichen Anämie. Hohes Fieber, dunkelrot bis braun gefärbter Urin (Hämoglobinurie), Ikterus und plötzlicher Leistungseinbruch sind die klassischen Zeichen. Babesiose kann perakut verlaufen und innerhalb weniger Tage tödlich enden, wenn sie nicht behandelt wird. Die Babesiose hat sich in den letzten Jahren übrigens quer durch Zentraleuropa ausgebreitet, Einzelfälle treten mittlerweile auch in Deutschland auf.
Die Prophylaxe gegen beide Erkrankungen ist identisch: konsequenter Zeckenschutz. Deltamethrin-Halsbänder, eine Woche vor Reise angelegt, schützen bis zu sechs Monate. Permethrin-Spot-ons wirken drei bis vier Wochen. ESCCAP empfiehlt, den Schutz einige Tage vor Abreise zu beginnen und während der Reise lückenlos aufrechtzuerhalten.
Die Reiseapotheke, die niemand packt
Bevor Sie losfahren, sollten Sie wissen, was Sie brauchen. Nicht alles davon passt in einen Koffer, manches muss Wochen vor der Abreise organisiert werden.
Erstens, das Wichtigste: der EU-Heimtierausweis mit gültiger Tollwutimpfung. Die Impfung muss mindestens einundzwanzig Tage vor Grenzübertritt erfolgt sein. Ohne gültigen Tollwutschutz darf Ihr Hund nicht in ein anderes EU-Land einreisen. Das ist keine Empfehlung, das ist geltendes Recht.
Zweitens: Mückenschutz. Ein Permethrin-haltiges Spot-on oder ein Deltamethrin-Halsband schützt vor Sandmücken und damit vor Leishmaniose. Die Applikation muss vor der Abreise erfolgen, bei Halsbändern eine Woche vorher, bei Spot-ons mindestens vierundzwanzig Stunden. In der Dämmerung und nachts sollte der Hund im Haus gehalten werden, idealerweise unter einem Moskitonetz. Ich weiß, das klingt übertrieben. Es ist aber der wirksamste Schutz, den es gibt.
Drittens: Herzwurmprophylaxe. Moxidectin oder Milbemycin, monatlich ab Einreise, letzte Gabe dreißig Tage nach Rückkehr. Sprechen Sie mich rechtzeitig an, damit ich Ihnen das passende Präparat mitgebe. Und ein wichtiger Hinweis für Collie-Besitzer und Besitzer verwandter Rassen: Ivermectin ist bei Hunden mit dem MDR1-Gendefekt kontraindiziert. Moxidectin oder Milbemycin sind in diesen Fällen die sichere Wahl.
Viertens: Impfung gegen Leishmaniose. Es gibt inzwischen zugelassene Impfstoffe wie Canileish und Letifend. Sie verhindern keine Infektion, reduzieren aber das Erkrankungsrisiko erheblich. Voraussetzung ist ein negativer Leishmaniose-Test vor der Erstimpfung, und die Immunisierung braucht Zeit: Die Grundimmunisierung mit Canileish umfasst drei Impfungen im Abstand von je drei Wochen, die letzte Dosis muss mindestens vier Wochen vor Reise abgeschlossen sein. Wer im Juli nach Griechenland will, muss im Mai anfangen.
Fünftens: eine Reiseapotheke für den Hund. Verbandsmaterial, Desinfektionslösung, Wundsalbe, Zeckenzange, digitales Fieberthermometer, Elektrolyte für Durchfall, eine Kühlmatte. Und die Telefonnummer der nächsten Tierklinik vor Ort, recherchiert bevor Sie losfahren, nicht erst wenn der Hund kollabiert.
Fünf Minuten. Zwanzig Grad. Ein toter Hund.
Und dann ist da das Thema, das eigentlich keines sein dürfte, weil es so offensichtlich ist, und das trotzdem jedes Jahr Hunde tötet: das Auto.
Die Zahlen sind eindeutig. Bei einer Außentemperatur von zwanzig Grad Celsius heizt sich ein geschlossenes Fahrzeug innerhalb einer Stunde auf sechsundvierzig Grad auf. Bei dreißig Grad Außentemperatur ist der lebensbedrohliche Bereich von fünfundvierzig Grad im Fahrzeuginneren nach einer halben Stunde erreicht. Die Stanford University hat gezeigt, dass die Temperatur in einem geparkten Auto innerhalb von zehn Minuten um neunzehn Grad steigen kann. Zehn Minuten. Das ist die Zeit, die Sie brauchen, um im Supermarkt Wasser zu kaufen.
Hunde können ihre Körpertemperatur nicht über Schweißdrüsen regulieren, sie haben nur an den Pfotenballen schweißproduzierende Drüsen. Die Kühlung läuft fast ausschließlich über das Hecheln, also über die Verdunstung von Feuchtigkeit auf der Zunge. Das funktioniert, aber nur bis zu einer Umgebungstemperatur von etwa achtundzwanzig Grad (TiHo Hannover, 2025). Darüber wird das Hecheln ineffektiv. Der Hund trocknet aus, die Körpertemperatur steigt, und ab einundvierzig Grad sprechen wir von einem voll ausgebildeten Hitzschlag. Die Symptome: blutiges Erbrechen, Durchfall, Krampfanfälle, Bewusstlosigkeit. Ab dreiundvierzig Grad Kerntemperatur endet der Hitzschlag in der Regel tödlich (TiHo Hannover, 2025). Und selbst bei intensivmedizinischer Behandlung liegt die Sterblichkeit bei fünfzig bis sechzig Prozent.
Brachyzephale Rassen, also Möpse, Bulldoggen, Boxer, sind besonders gefährdet, weil ihre verkürzte Nasenanatomie das Hecheln ohnehin schon beeinträchtigt. Aber auch ältere Hunde, übergewichtige Hunde und Hunde mit dichtem Fell sind Risikopatienten.
Ein offenes Fenster reicht nicht. Ein Spalt Fensterscheibe reicht nicht. Im Schatten parken reicht nicht. Es gibt keine sichere Variante, einen Hund im Sommer im Auto zu lassen. Keine. Und ich sage das mit dem Nachdruck einer Tierärztin, die Hunde gesehen hat, die aus Autos geholt wurden. Was ich dabei gesehen habe, möchte ich nicht beschreiben.
Falls Sie jemals in die Situation kommen, einen Hund mit Hitzschlag versorgen zu müssen: Bringen Sie das Tier sofort in den Schatten, kühlen Sie es mit lauwarmem, nicht eiskaltem Wasser, beginnen Sie an den Pfoten, den Beinen, dem Bauch. Nicht den Kopf übergießen. Kein Eiswasser, denn das führt zu einer peripheren Vasokonstriktion, die die Kühlung paradoxerweise verhindert. Nasse Tücher auf den Körper legen, Luft zufächeln, Wasser anbieten, aber nicht einflößen. Und sofort den Tierarzt anrufen, denn ein Hitzschlag ist ein intensivmedizinischer Notfall, der intravenöse Flüssigkeit, Schocktherapie und engmaschige Überwachung erfordert. Allein zu Hause werden Sie das nicht bewerkstelligen können.
Allein im Jahr 2024 starben in Deutschland, Österreich und der Schweiz mindestens zehn Hunde durch Hitze im Auto. Mindestens vierundsiebzig mussten aus überhitzten Fahrzeugen befreit werden. Die Dunkelziffer liegt deutlich höher. Und jeder einzelne dieser Fälle war vermeidbar. Jeder einzelne.
Was Sie noch vergessen: der heiße Asphalt
Es gibt eine Gefahr, die buchstäblich unter unseren Füßen liegt und an die fast niemand denkt: den Boden. Eine Studie der Frostburg University zeigte, dass Asphalt bei sommerlichen Temperaturen eine Oberflächentemperatur von einundfünfzig Grad erreichen kann, während die Lufttemperatur bei angenehmen fünfundzwanzig Grad liegt. Beton kam auf vierzig Grad, Ziegelsteine auf dreiundvierzig.
Hundepfoten sind robust, aber nicht hitzebeständig. Ab einer Bodentemperatur von etwa fünfzig Grad entstehen innerhalb von Sekunden Verbrennungen an den Ballen. Die Faustregel, die ich meinen Kunden mitgebe: Legen Sie Ihren Handrücken fünf Sekunden lang auf den Asphalt. Wenn Sie ihn nicht liegen lassen können, kann Ihr Hund nicht darauf laufen. Spaziergänge im Sommer gehören in die frühen Morgen- und späten Abendstunden. Mittags bleibt man drinnen. Auch wenn es langweilig ist.
Nach dem Urlaub: der Reisecheck
Wenn Sie mit Ihrem Hund aus einem endemischen Gebiet zurückkehren, lassen Sie sechs bis acht Wochen nach Rückkehr einen Mittelmeer-Reisecheck durchführen. Das ist ein Bluttest, der auf die vier wichtigsten Reisekrankheiten prüft: Leishmaniose, Ehrlichiose, Babesiose und Dirofilariose. Warum sechs bis acht Wochen? Weil die Antikörperbildung Zeit braucht. Ein Test direkt nach Rückkehr kann falsch negativ ausfallen, weil die Immunantwort noch nicht messbar ist. Für den Herzwurm-Antigentest gilt sogar eine Prädetektionsphase von etwa sieben Monaten.
Und noch etwas, das ich meinen Kunden sage, bevor sie losfahren: Überlegen Sie ernsthaft, ob Ihr Hund mit muss. Ich weiß, das ist nicht das, was man hören will, wenn man sich auf den Familienurlaub freut. Aber für einen Hund ist eine lange Autofahrt bei dreißig Grad, gefolgt von zwei Wochen in einem Land voller Sandmücken, Zecken und Stechmücken, kein Urlaub. Für den Hund ist das Stress. Ein guter Hundesitter zu Hause, in der gewöhnten Umgebung, mit den gewöhnten Abläufen, kann die bessere Wahl sein. Nicht immer. Aber öfter, als die meisten denken.
Wenn Sie sich entscheiden, Ihren Hund mitzunehmen, dann bitte mit Planung. Fahren Sie nachts oder in den frühen Morgenstunden, wenn die Temperaturen noch erträglich sind. Klimaanlage ist Pflicht, nicht Kür. Alle zwei Stunden Pause, Wasser, Schatten, kurzer Spaziergang auf Gras, nicht auf Asphalt. Transportbox oder Sicherheitsgeschirr, denn ein ungesicherter Hund im Auto ist bei einer Vollbremsung ein Geschoss. Und genug Wasser für die gesamte Fahrt, mehr als Sie denken, denn ein hechelnder Hund verliert enorme Mengen Flüssigkeit.
Wenn Sie eine Reise mit Ihrem Hund planen, sprechen Sie mich an. Am besten vier bis sechs Wochen vor Abreise, damit wir genügend Zeit haben für die Leishmaniose-Impfung, die Herzwurmprophylaxe und einen aktuellen Gesundheitscheck. Ich komme zu Ihnen nach Hause, wir gehen alles in Ruhe durch, und Ihr Hund fährt geschützt los. Oder er bleibt geschützt zu Hause, auch das ist manchmal die beste Entscheidung.
Meine Praxis befindet sich in der Enzianstraße 4a in Starnberg. Rufen Sie mich an. Bevor Sie die Koffer packen, nicht danach.
Dr. med. vet. Maria-Louise Morgott, mobile Tierärztin, Landkreis Starnberg